Grüner Tee: Inhaltsstoffe, Zubereitung, Grenzen

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Grüner Tee gilt als gesundes Alltagsgetränk. Das ist nicht falsch – aber viele Wirkversprechen gehen deutlich über das hinaus, was sich belegen lässt.

Was grünen Tee ausmacht

Grüner und schwarzer Tee stammen von derselben Pflanze, Camellia sinensis. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung: Für grünen Tee werden die Blätter kurz nach der Ernte erhitzt, sodass sie nicht oxidieren. Dadurch bleiben mehr sogenannte Catechine erhalten, pflanzliche Stoffe aus der Gruppe der Polyphenole. Der bekannteste Vertreter heißt Epigallocatechingallat, kurz EGCG.

Koffein – oft unterschätzt

Grüner Tee enthält Koffein, wenn auch meist weniger als eine Tasse Filterkaffee. Die Menge schwankt stark mit Sorte, Blattmenge und Ziehzeit. Wer abends empfindlich schläft, sollte das berücksichtigen. Die Anregung wirkt bei vielen Menschen sanfter als bei Kaffee, was häufig mit dem ebenfalls enthaltenen L-Theanin erklärt wird.

Richtig zubereiten

Was Studien nahelegen – und was nicht

Beobachtungsstudien, etwa aus Japan, verbinden regelmäßigen Grünteekonsum mit gewissen Vorteilen für Herz und Kreislauf. Solche Studien zeigen aber Zusammenhänge, keine Ursachen: Wer viel Tee trinkt, lebt oft auch sonst anders. Aussagen wie „grüner Tee verhindert Krebs“ oder „lässt Pfunde schmelzen“ sind nicht belegt.

Vorsicht bei Extrakten

Als Getränk gilt grüner Tee für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Anders sieht es bei hochdosierten Kapseln mit Grüntee-Extrakt aus: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sah 2018 bei hohen EGCG-Tagesdosen aus Nahrungsergänzungsmitteln Hinweise auf Leberschäden. Wer solche Präparate erwägt, sollte vorher ärztlichen Rat einholen. Grüner Tee kann außerdem die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung verringern – bei Eisenmangel also besser zwischen den Mahlzeiten trinken.

Mehr zu Alltagsgewohnheiten, die tatsächlich etwas bewirken, lesen Sie unter Immunsystem stärken.